WestKarpaten
Willkommen in den Westkarpaten ("Muntii Apuseni" / Transsilvanien / Rumänien)!
- für alle Freunde, Bekannte, Besucher, Gäste und Freunde der Natur - die uns hier am Arieș-Fluß privat besuchen -
 Aktuell aktiver Knopf: Die Wasseramsel  




    Die Wasseramsel (Fortsetzung)


So sieht man sie auch meist gegen die Strömung tauchen. Unter Wasser bleibt sie hier wiederum zwischen 10 und 30 Sekunden (sie kann angeblich bis zu 5 Minuten unter Wasser bleiben). Oft treibt sie nach einem erfolgreichen Tauchgang dann wieder auf der Wasseroberfläche mit der Strömung zu ihrem bevorzugten Sitzplatz zurück. Wenn man bedenkt, daß sie bis zu 1600 mal am Tage taucht, bringt sie jeden Tag 2 Stunden ihres Lebens unter Wasser zu und legt dabei eine Strecke von 2 km im Schwimmlaufen zurück.Der Bachflohkrebs gehört zur Nahrung der Wasseramsel, nebst Insekten und deren Larven (Mückenlarven, Köcherfliegenlarven, Libellenlarven), Kleinkrebsarten, Wasserwanzen, manchmal sogar Kleinfische auf ihren Tauchgängen, aber auch Würmer am Uferrand, Kerbtiere wie Käfer und kleine Mollusken, Würmer, Kaulquappen und Eintagsfliegen. Am Bach laichen auch Springfrösche, und am flachen Ufer unter dürrem Laub finden auch Waldvögel und die Gebirgsstelzen so mancherlei Futter. Ihr Nest baut die Wasseramsel meist versteckt in der Uferböschung, aber auch unter Brücken. Es ist immer ein kugelförmiges, überdachtes Moosnest. Es werden auch Nistkästen (Halbhöhlenkästen) angenommen, die man entweder direkt am Gewässerrand oder unter einer Brücke anbringt. Beide Eltern bauen das Nest gemeinsam. Bauen sie es neu, verwenden sie äußerlich feine Reiser, Grashalme, Wurzeln, dürre Blätter und Moos. Oft bessern sie aber auch nur das alte Nest aus, Innen aber polstern sie es weich mit Haaren und Federn.

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   Aus der Nähe ist sie gar nicht so schwarz, wie sie sonst zu sein scheint. Das Köpfchen ist mehr kaffeebraun, vor allem beim Weibchen noch brauner. Brust und Kehle sind rein weiß. Flügel und Rückengefieder schimmern je nach Einfall des Lichtes zwischen grau und braun, aber auch bläulich und grünlich. Jede Federkante der Flügel ist braun gesäumt. Mal treibt sie vorbei, hilflos wirkend wie ein ins Wasser gefallenes Küken, und schon huscht sie auf die Warte. Dann wieder zischt sie zielstrebig wie ein Eisvogel im raschen Schwirrflug zum Nest.
Das Weibchen ist kleiner und brauner, aber das erkennt man nur, wenn sie nebeneinander sind. Sie trägt ein braunes Buchenblatt und das Männchen umwirbt sie. Sie hält ihr Blatt fest, und es kommt zur Kopulation. Dann schnappt sich auch das Männchen ein Blatt, das es aus dem Wasser zieht.
In einem verdreckten und trübe dahin schleichenden Bach wäre das sicher nicht möglich Eine Voraussetzung ist sicher das Wildwasser. So ist dieser so naturnahe Wildbach ein Vogelparadies, auch für die Gebirgsstelze und Gebirgsstelze. An Land auch für die munteren, bunten Finken, winterliche Singvögel, Eichelhäher, die Elstern, die (sommersaisonalen) Raben, und weiter oben am Horizont kreisen im Sommer manchmal sogar drei Mäusebussarde in der Thermik des Tages ..

   In den schnell fließenden Abschnitten, die auch im Winter nicht zufrieren und darum 12 Monate im Jahr Nahrung bieten, macht das die Wasseramsel so fröhlich, daß sie auch im Winter singt. Sie kann es sich leisten, schon im Februar mit der Brut zu beginnen, wenn noch Schnee liegt.
Der stört sie aber nicht, weil sie ihr Futter unter Wasser sucht. Da steht sie erst auf kleinen Eisinseln, die sich rings um die Felsen im Wasser bilden und stürzt sich dann zwischen treibenden Eisschollen in die eiskalte Flut.

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   Wasseramselweibchen brüten bombenfest und lassen sich fast nie aufstören. Auch sonst sind sie gegenüber den Menschen sehr vertrauensselig. Das Weibchen brütet ganz alleine 16 lange Tage und wird vom Männchen mit Futter versorgt. Nach gut 2 Wochen schlüpfen dann die Jungen aus den 4-6 weißen Eiern und werden danach von beiden Eltern drei Wochen lang gefüttert. Nach dem Füttern ihrer Jungen schwirrt die Wasseramsel in schnellem zielgerichtetem Flug flach über dem Wasser stromaufwärts oder bachabwärts wieder davon. Manchmal ruht sie einen Augenblick, doch niemals lange. Sie knickst einige Male, schmettert einen Triller des schon erwähnten Plätscherliedchens und stürzt sich schon wieder in die gurgelnden Fluten.
Zwischen dem Morgen und dem Mittag machen sie eine Stunde Pause, und am Nachmittag noch zwei Pausen. In diesen Fütterungspausen sitzen sie dicht nebeneinander irgendwo am Ufer. Er singt, und sie pflegt ihr Gefieder. Zuweilen baden auch beide plätschernd nebeneinander irgendwo nahe dem Ufer im Flachwasser. Es gibt in Hülle und Fülle zu schnabulieren, so daß die Jungen schnell heranwachsen und die ersten schon bald Mitte April ausfliegen. Besser gesagt, sie fliegen erst noch gar nicht aus, weil sie das noch gar nicht richtig können, deswegen plumpsen sie einfach in das wild tosende Wasser, denn das Schwimmen und Tauchen beherrschen sie vom ersten Augenblick an ganz perfekt, obwohl sie Landvögel sind, die keine Schwimmfüße haben. Alleine im schnell fließenden Wasser können sie sich geborgen fühlen. Da sind sie sicher vor den allgegenwärtigen Katzen, Marder, Iltis und Hermelin.

   Jetzt knickst dort wieder eine Wasseramsel, stochert zwischen dem Wassermoos und löst ein Kerbtier ab. Sie hält es im Schnabel und trillert dazu. Sie knickst wieder, und die tiefer sinkende Sonne zaubert einen goldenen Hauch auf das muntere Kerlchen. Einzelne wenige Wasserperlen im Gefieder blitzen im Streiflicht wie Diamanten. Dann plumpst die Wasseramsel zum nächsten Tauchgang wieder in die Flut, daß es aufspritzt. Fort ist das anmutige Vögelchen.

   In der Regel ist die Wasseramsel recht standorttreu und sichert sich normalerweise von vornherein Gewässer aus, die im Winter aufgrund der hohen Strömung meist nicht zufrieren. Auch jene Wasseramseln, die Winterquartiere aufsuchen, nehmen meist über mehrere Jahre dasselbe Winterquartier. Sie können übrigens bis zu 10 Jahre und noch älter werden, das ist für Singvögel ein beachtlicher Wert.

   Andere bei uns heimische Vögel: die Gebirgsstelze, der Zaunkönig, der Eichelhäher, Elstern, viele bunte Finken und temporär der Kuckuck, der Buntspecht, die Raben, sowie der Mäusebussard.

   Da bei uns eine entschleunigte Zone ohne Industrie ist, treten die Erscheinungen der Vögel besonders plastisch im Relief der Landschaft hervor, wie auch die Akustik ihrer Gesänge lautstark klingt.

   Es gibt auch viele Schmetterlinge, wobei der Monarch im Altweibersommer vor dem Frost am häufigsten erscheint.


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